Ein wirklich unspektakuläres, aber wunderschönes, Nostril!
At A Glance
Author hoellenbrut
Contact malufi89@freenet.de
IAM hoellenbrut
When Three months ago
Artist Ronny
Studio Stich-Tag
Location Eisenach, Germany

Ein wirklich unspektakuläres, aber wunderschönes, Nostril!





In den frühen Monates des Jahres 2006 hatte sich mein Bestand an Piercings von 5 auf mehr als 10 erhöht und meine Leidenschaft was das betraf sich ebenfalls mehr als verdoppelt.
Bisher hatte ich kein Piercing, dass man, trotz der langen Haare hätte sehen können, sehr zu Bedauern meinerseits.
Schon seit längerem hatte mich die Lust am selbst piercen gepackt, natürlich nur an Stellen die absolut unsichtbar oder eben nicht das waren, was man als störend bezeichnen würde. Neben Zungenband und diversen Lobes und 2 Outer Conches hatte zu diesem Zeitpunkt bereits auch schon mein kv dran glauben müssen.
Wenn es aber zu sichtbaren Piercings kam, im Speziellen die im Gesicht, scheute es mich vor dem selbst piercen, was nicht nur der einfachere, sondern auch der billigere Weg gewesen wäre.
Ob nun leicht oder schwer, ein Piercing im Gesicht selber zu stechen, war mir zuwider und entsprach nicht dem was ich mir als Prinzipien festgelegt hatte. Das waren lediglich 3:
Keine Piercings im Gesicht selber machen.
Keine Piercings bei anderen machen.
Nichts, wobei ich mir nicht sehr sicher vorkomme.
Außerdem, natürlich, wären wohl meine Eltern wenig begeistert auf einmal da einen "Metallpickel" in meinem Gesicht zu entdecken, der nicht von ihnen unterschrieben war.
Dass ich endlich ein sichtbares Piercing haben wollte, musste ich nun nur überlegen, was möglich wäre.
Piercings im Mundraum waren tabu, aufgrund einer teuren, aufwendigen und langwierigen Zahnbehandlung. Um ein Labret oder anderes, was das Zahnfleisch auch nur eventuell gefährden könnte, zu bitten, wäre mir nicht in den Sinn gekommen.
Augenbraue kam für mich persönlich genauso wenig in Frage, wie ein Bridge.
Also Nostril oder Septum. Da ich mir zu 100 Prozent sicher war, dass mir ein Septum nicht stehen würde, entschied ich mich für ein Nostril, vermutlich auch eines der gesellschaftstauglichsten Piercings, neben normalen Lobes. Dieser Fakt beeinflusste allerdings meine Entscheidung am Wenigsten.
Als ich meine Mutter fragte, war sie eher skeptisch, nicht aus pädagogischen Gründen, aber aus Optischen. Aber auch, weil ich viele Allergien habe und bedingt dadurch sehr oft niese und mir die Nase putze... Dass das nicht besonders gut sein konnte, war mir durchaus bewusst.
Da ich mir aber meiner Sache sicher war, nahm ich mir selbst noch etwas Bedenkzeit und bekam letzendlich die Unterschrift.
Nachdem ich einen Termin im "Stich-Tag" Eisenach gemacht hatte, musste ich also nur noch warten, bis der Tag endlich gekommen war.
Mit einem eher wenig begeisterten Freund, der darauf bestand, draußen zu warten, ging ich also am 21. Mai gegen 18:00 Uhr ins Studio.
Ich hatte mir fest vorgenommen das Piercing in 1,2mm(16ga) stechen zu lassen, weil ich zum Einen kleinen Schmuck nicht besonders ansehnlich finde, und zum Anderen es für diese Größe meist nur Nostril Screwes und Bones gibt, mit Glitzersteinchen, was mir überhaupt nicht zusagt.
Nachdem ich das mit Ronny geklärt hatte, konnte es also schon losgehen. Ich entschied mich für einen Bioplast Labretstud und eine normale Titankugel.
Bisher hatte ich bei alles Knorpelpiercings wirklich große Kreislaufprobleme gehabt, und rechnete in diesem Fall auch damit und mit einem wirklich deftigen Schmerz.
Vorsorglich und völlig albern, ich weiß, kneif ich mir vor dem piercen immer in das betreffende Körperteil, um den Schmerz einschätzen zu können und da tränten mir bei der Nase beinahe die Augen und es schmerzte.
Trotzdem war ich nicht besonders aufgeregt und war, wie fast immer, sofort mit der Anzeichnung einverstanden.


Es muss extrem komisch ausgesehen haben, wie ich da mit der riesigen NRT in dem Nasenloch auf der Liege saß und auf die Nadel schielte.
Ich fühlte so gut wie garnichts, aber auf einmal tränte mein Auge, dem natürlich mit einem Taschentuch abhilfe geschafft wurde.
Aber nun kam ja erst der schwere Part: er musste schließlich von innen den Labret stud einsetzen. Das ziepte kurz, eine weitere Träne rollte, und dann war auch schon alles vorbei.

Nach dem Zahlen und den Nachsorge-Erklärungen konnte ich gehen und bekam vom Freund gesagt es sähe 'garnicht so schlimm aus'. Na danke! Alle anderen waren allerdings absolut begeistert, wie ich auch.


Zur Abheilung kann ich wirklich nicht viel sagen: es war einfach nur lieb. Es krustete nicht und nix, allerdings blieb auch mir der bekannte "Pickel" am Nostril nicht erspart, verschwand aber nach einer Woche wieder.
Ebenso schwoll mein Nasenflügel etwas an, aber fast unmerklich! Bald ging die Schwellung zurück und mittlerweile sind beide Flügel wieder genau gleichdick.
Nach über einem Monat wechselte ich nur für die Optik kurz auf einen Ring. Sah gut aus, störte aber beim Naseputzen und den Stud fand ich eindeutig besser.Also blieb der drin.


Wie geplant ist das Piercing sehr dezent und nicht zu klobig, ich bin also mit meiner Wahl voll und ganz zufrieden. Das Nostril war neben dem kvv das unkomplizierteste und schmerzloseste neben den Lobes.
Ich will es nicht mehr missen.

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