Bei meinem ersten Versuch, mir ein Septum stechen zu lassen, ging leider einiges schief. Einerseits hatte der damalige Piercer es schief gestochen, und dann auch noch so tief, dass sich unter der Nase eine rote Linie bildete, dass ich Angst bekam, dass es komplett herauswachsen könnte. Also raus damit :(
At A Glance Author nilz Contact nilz@bme.anon When A year ago Artist Herman Studio Altstadt Tattoo Location Lübeck Dann las ich im "Tätowier Magazin" über das Studio "Altstadt Tattoo" in Lübeck einen Bericht, den ich sehr ansprechend fand. Insbesondere wurde dort erwähnt, dass der Piercer dort auch puncht, und da mein Septum ohnehin etwas dicker werden sollte, entschied ich mich dann dafür, das Piercing punchen zu lassen.
Gesagt, getan, also in den Zug und die 250km nach Lübeck... Das Studio war absolut professionell ausgestattet, mit separatem Steri-Raum, kopfhoch gefliestem Piercing-Raum, einfach alles, was das Herz begehrt. Der Piercer, Herman, hat ebenfalls sehr professionell gearbeitet. Die Prozedur selbst ging wie immer eigentlich recht schnell. Nach dem gründlichen Anschauen der Nase und dem Anzeichnen kam das Punchen. Wir hatten uns für 3.2mm entschieden, da dafür ein passender Retainer verfügbar war und ich in meinem Job schlecht mit Septum-Ring aufschlagen kann ;) Das eigentliche Punchen dauerte vielleicht eine Sekunde und tat meiner Empfindung nach weniger weh als beim ersten Septum-Versuch mit einer 1.6er Nadel. Ich war auch überrascht, dass es eigentlich nicht nennenswert blutete. Der Retainer war anschließend auch sehr schnell eingesetzt.
Die Verheilung erfolgte äußerst schnell in etwa 3-4 Wochen und war absolut unproblematisch, in etwa vergleichbar mit den gepunchten Ohrpiercings, die ich besitze. Auch war die Nase nach dem dritten Tag kaum noch druckempfindlich, und der Retainer begann recht schnell, locker im Loch zu sitzen. Gepflegt habe ich das Piercing ausschließlich mit Salzlösung und bin damit sehr gut gefahren. Nach der vollständigen Verheilung nach etwas vier Wochen passte zu meiner Überraschung ein 4mm-Ring direkt durch das Loch durch, ohne dass ich irgendwie hätte stark drücken oder dehnen müssen. Etwa drei Monate später probierte ich zum Spaß dann einen 5mm-Ring, der auch gleich reinflutschte, dann für meinen Geschmack aber doch etwas zu wuchtig aussah. Also zurück zu vier, aber warten wir's ab, aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben ;)
Erwähnenswert ist auch, dass sich das Loch quasi gar nicht zusammenzuziehen scheint. Während der letzten Pollenflug-Periode hatte ich wegen meiner gereizten Nase etwa 8 Wochen gar keinen Schmuck drin und hatte schon befürchtet, das Piercing damit verloren zu haben, aber der 3.2mm-Retainer flutschte danach auch wieder ohne größere Probleme durch, einen Tag später passte der 4er-Ring auch wieder... Dementsprechend trage ich den Retainer gar nicht mehr, wenn der Ring nicht drin ist und bin damit bisher auch gut gefahren.
Ein äußerst unangenehmes Missgeschick, dass mir zwischendurch passierte war, dass ich meinen Retainer durch den Mund rausgenommen habe :-o ich hatte mich in der Nacht geschnaubt, und der Retainer war auf der einen Seite rausgerutscht und lag in dem einen Nasenloch. Weil ich den im Halbschlaf zurechtrücken wollte, habe ich mit meiner Grobmotorik den Retainer irgendwie gedreht, so dass das offene Ende unten war und ihn dabei irgendwie nach oben gedrückt. Irgendwie habe ich dann noch mal gedrückt und es machte "Plopp" und er war weg... Und im Spiegel war er nicht mehr zu sehen, also sind meine Freundin und ich dann ab Richtung Krankenhaus weil ich etwas Panik bekam, wo genau der denn wohl festhängt bzw. wie er da wieder rauskommen würde ;) Der Arzt dort war allerdings alles andere als freundlich und nach nicht gerade feinfühliger Endoskopuntersuchung versicherte er mir, dass da absolut nichts wäre... Also zurück nach Hause, und ich kam mir wie der letzte Idiot vor und suchte dann am Bett überall nach dem Retainer, weil irgendwo muss er ja sein wenn er nicht in der Nase ist. Da war er aber nicht zu finden, als ich mich dann frustriert aufs Betten fallen ließ, löste sich irgendwas in meiner Nase und ich musste mal recht kräftig Husten und da war er. Warum der Arzt den nicht gesehen hat, ist mir echt ein Rätsel, aber es stärkt nicht gerade mein Vertrauen in Ärzte ;) Meine Freundin guckte mich auch recht überrascht an, als ich den Retainer aushustet habe... Danach habe ich den Retainer etwas enger gebogen und wie zuvor geschrieben auch irgendwann einfach aufgehört, ihn zu tragen, weil das Loch eh offenblieb. Eine nette Variante war auch ein konkaver schwarzer Pyrex Plug (konkav, weil ich die meisten O-Ringe absolut nicht vertrage und in der Nase auch irgendwie nicht angenehm fände), absolut alltagstauglich & unsichtbar und sehr komfortabel, und vor allem kann man ihn nicht mal ebenso verlieren ;)
Fazit:
Würde ich es nochmal machen, würde ich es auf jeden Fall wieder punchen lassen, die Verheilung war absolut unproblematisch und dass das Loch offenbleibt, aber nicht sichtbar ist, wenn kein Schmuck drin ist, ist auch von großem Vorteil :) Von Herman haben meine Freundin und ich auch mittlerweile mehrere Piercings und können ihn uneingeschränkt weiterempfehlen!