die Zeiten ändern sich
| At A Glance |
| Author | anonymous |
| Contact | anonymous@bme.anon |
| When | A month ago |
| Artist | Bettina |
| Studio | Serious Piercing |
| Location | Düsseldorf |
"Bodmod" hat für mich mittlerweile eine umfassendere Bedeutung bekommen, als für die meisten hier bei BME. Sicherlich habe ich nicht die meisten Piercings von allen hier, aber ich glaube in Sachen "modification" habe ich eine lange Reise hinter mir und wohl noch ein großes Stück vor mir.
Als ich meinen ersten
Bericht hier vor ungefähr einem Jahr geschrieben habe, da war ich zum Beispiel noch überzeugt, dass mir ein Septum nicht gefällt und habe mir - obwohl ich so gelebt habe wie ich wollte - viel auf die Reaktionen meiner Umwelt geachtet, was mir manchesmal sehr weh getan hat.
Vor etwa 8 Monaten begann für mich das, worauf ich so lange hingearbeitet hatte - endlich wurde es mir ermöglicht, mein Ich zu entwickeln und zu entfalten, das so lange nur im Verborgenen schlummern konnte und mir so manche schlimme Stunde bescherte. Ich schrieb zuletzt, ich sei kein typischer Boy und kann nun sagen, dass ich mit jedem Tag weniger ein Boy bin und bald gänzlich nicht mehr sein werde. Aber das soll hier nicht Thema sein.
Worum es vielmehr geht ist mein Septum, das ich eigentlich nie piercen lassen wollte - for whatever reason. Heute kann ich es mir nicht emrh wegdenken und ich wäre sehr traurig wenn ich es nicht mehr tragen könnte.
Als ich vor einigen Wochen bei Unisex saß um mir meine Spitzen schneiden zu lassen und neue Strähnen machen zu lassen saß neben mir eine junge Frau, die neben einem Labret und einem Madonna auch ein Septum mit einem curved barbell gepierct hatte und es sah einfach wunderschön aus.
Wir kamen ins Gespräch und gingen abends zu Dritt mit meiner Freundin - die selbst übrigens keinerlei Piercings hat - gemeinsam in die Stadt und je länger ich es mir ansah umso mehr wollte ich es auch haben.
Ich machte also einen Termin in meinem Stammstudio und konnte es kaum abwarten, bis es endlich soweit war.
Als der Tag da war, war ich schon etwas nervös. Ich machte mich auf den Weg zu Serious Piercing. Auf dem Weg dorthin - ich war deutlich zu früh - ging ich noch ein wenig neue Klamotten shoppen. Als meine Zeit dann endlich gekommen ging ich mit meiner Piercerin in den Raum. Ich suchte mir ein Circular Barbell mit 1,6 mm Stärke aus Titan und mit 5mm Kugeln und 10mm Durchmesser aus.
Nachdem ich den üblichen Papierkram ausgefüllt hatte und Bettina mich aufgeklärt hatte, wie die Prozedur abläuft und was bei der Nachsorge zu beachten ist ging es los. An die Prozedur mit Markierung und Desinfektion war ich nun auch schon langsam gewöhnt. Bettina war wie immer routiniert und sicher, eine Eigenschaft die ich sehr an ihr schätze. Mein Septum wurde mit einer Zange eingeklemmt und zwar so, dass der Knorpel nicht im Weg war. Dann war es soweit. Die Nadel wurde angesetzt, stach hindurch... und ich hatte keine Schmerzen.
Eine paar kleine Tränen liefen mir die Wange herunter, was aber - wie Bettina mir versicherte - eher an der Stelle des Piercings lag. Dennoch verschmierte es mir ein wenig meinen Mascara. Alles lief total glatt ab. Nadel raus, Piercing in den Schlauch, Kugeln festschrauben, nochmals desinfizieren, und ich war fertig.
Als ich in den Spiegel sah war es da ... perfekt gerade und wunderschön. Ich konnte es kaum glauben. Ich dankte Bettina überglücklich und musste ein weitere kleine Träne der Freude wegwischen.
Das war jetzt insgesamt mein siebstes "richtiges" Piercing - ich hatte mir zwischenzeitlich rechts ein seitliches Labret stechen lassen - und es wird nicht mein letztes bleiben.
Als ich ging habe ich mir noch einen Taper für das Dehnen meiner Lobes auf 4mmm und passende Eyelets ausgesucht und Bettina dann schonmal auf meinen nächsten Besuch in einigen Wochen vorbereitet, wenn ich mir meine Nippel - meine Brüste nehmen langsam endlich Form an - piercen lasse. Ich kann es nicht mehr erwarten.
Meine Freundin schaute mich Abends ganz erstaunt an, wie gut mir mein neues Piercing steht. Ich wusste es, dass war mein Piercing. Es war als wäre es schon immer da gewesen und ich wundere mich, warum ich es früher immer abgelehnt habe. Wenn es vollständig abgeheilt ist werde ich es wohl auf 2mm dehnen, da der geringe Durchmesser des Circular Barbell ein bisschen dünnerscheint.
Wenn ich jetzt in den Spiegel schaue sehe ich das Piercing nicht mehr so extrem, es ist ein Teil von mir geworden und ich möchte es nie wieder hergeben. Auch die Nachbehandlung war sehr einfach. Eine sorgsame Nachbehandlung ist wichtig um Infektionen zu vermeiden.
Ich selbst habe erkannt wer ich bin und habe gelernt, dass es nicht schlimm ist zu sein wer man ist. Wichtig ist, mit sich selbst im Gleichgewicht zu sein.
Wenn Ihr ei Piercing wollt, dann lasst es Euch stechen. Wer Euch mag, der wird Euch auch danach noch mögen.
Meine "modification" hatte letztlich einen weitern sehr positiven Effekt. Die Freunde, die geblieben sind, sind wirkliche Freunde.
Eure Sarah
Disclaimer: The experience above was submitted by a BME reader and has not
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