Hallo erstmal an alle deutschsprachigen Leser...
At A Glance Author Jana Contact Jana@bme.anon When A month ago Artist silvana Studio Studio one Location Chemnitz, Germany Ich befasse mich schon sehr lange mit Piercings. Schon seit vielen jahren hatte ich immer den Wunsch mich piercen zu lassen, aber auf Grund meiner Eltern, welche body mods jeder Art ablehnen, musste ich warten bis ich volljährig war. Nun konnte ich aber frei über meinen Körper verfügen und mittlerweile bin ich auch ausgezogen und so sind mir keine Grenzen mehr gesetzt.
Seit ich 18 bin habe ich mir die zunge, den Nacken, die Brustwarze, die Lippe und noch einmal den Nacken piercen lassen. Eines meiner Nackenpiercings ist herausgewachsen (r.i.p.)und auf meinen lippenring habe ich freiwillig verzichtet, da er sich nicht mit dem Ring in der Lippe meines Freundes vertragen hat. zudem habe ich mir auch vor kurzem ein Tatoo zugelegt, was aber noch ausgebaut wird.
Das wars erst mal zu meiner body mods historie. Mit jedem Piercing was ich mir zulegte habe ich festgestellt wie sich die Reaktionen meiner Umwelt veränderten. Ich lebe nicht gerade in einer Weltstadt, deshalb ist man nicht alzu offen. Bei einem bis zwei Piercings sind die Reaktionen sehr positiv, mit jedem Piercing das dazukommt, wird man immer mehr als freak abgestempelt. das finde ich total schade. Ich warte auf den Tag an dem unsere Gesellschaft Body mods nicht gleich mit Vandalismus, Drogenabhängigkeit und einem Lodderleben gleichsetzt.
Für mich sind Piercings ein Ausdruck meiner Selbst. Sie sind ein Schönheitideal. Mit jedem Piercing fühle ich mich schöner und vollkommener. auch der Schmerz spricht mir sehr zu. Ich reize meinen Körper sehr gerne und versuche ihn an seine Grenzen zu bringen. Vor einiger Zeit, hatte ich dann das Glück jemanden zu finden, der genauso ist wie ich. Bei ihm kann ich mich auch mal richtig ausleben und bei etlichen play piercing sessions mein Verlangen nach Schmerz auskosten. Auch er hat etliche Piercings und wir reden oft darüber, was wir als nächstes machen wollen.
Ich erzählte ihm, das ich schon seit längerem ein Septumpiercing haben möchte. Den nächsten Tag rief er mich an und erzählte mir, dass er sich an dem Tag beide Brustwarzen und SEIN Septum piercen lassen hat. Am Anfang war ich dezent sauer, schliesslich war es mein Piercing, aber als ich es das erste mal sah, fand ich es bezaubernt. Nun war ich total auf den Geschmack gekommen. Schon am nächsten Tag schleppte ich ihn mit in mein Stammstudio. Wir mussten noch eine halbe Stunde warten und mein Freund machte sich einen Spaß daraus mir zu erzählen wie weh es getan hätte und das ihm die Tränen gekommen wären. Schon etwas nervös ging ich dann mit meiner Piercerin in den Raum. Wir suchten ein Circular mit 2,3 mm stärke aus Titan heraus. mir war es wichtig, dass ich das Piercing bei Bedarf zurückklappen und verstecken konnte.
An die Prozedur mit markieren und desinfizieren war ich nun auch schon langsam gewohnt. meine Piercerin war wie immer routiniertund sicher, eine Eigenschaft die ich sehr an ihr schätze und welche auf sehr viel Erfahrung schließen lässt. Ich verzichtete wie immer auf eine Betäubung, da ich wenn dann den Schmerz intensiv wahrnehmen will. Mein Septum wurde eingeklemmt und zwar so, dass der Knorpel nicht im Weg war. Dann war es soweit. die Nadel wurde angesetzt, stach hindurch... und ich hatte keine Schmerzen. Eine kleine Träne lief mir die Wange herunter, was aber eher an der Stelle des Piercings lag. Alles lief total glatt ab. Nadel raus, Piercing in den Schlauch, Kugeln festschrauben, nochmals desinfizieren, und ich war fertig. mein Freund schaute mich bewundernt an. Ein Blick in den Spiegel und da war es... perfect gerade und wunderschön. Ich wusste es, dass war mein piercing. Es war als wäre es schon immer da gewesen.
Ich fand mich wunderschön. Das Adrenalin putschte mich auf und ich hänselte meinen Freund damit, dass ich keine Schmerzen hatte. Ich bezahlte (nach Abzug des Stammgastrabats :-)) und feierte mein neues Gesicht.
Wenn ich jetzt in den Spiegel schaue sehe ich das Piercing nicht mehr so extrem, es ist ein Teil von mir geworden und ich möchte es nie wieder hergeben. Auch die Nachbehandlung war sehr einfach. Um ehrlich zu sein, habe ich es nur drei mal mit salzwasser desinfiziert. Seid dem habe ich nichts mehr gemacht und aber auch keine Probleme damit. Das würde ich jedoch nicht empfehlen. Eine sorgsame Nachbehandlung ist wichtig um Infektionen zu vermeiden. Es ist ein eher seltenes Glück, wenn man so gutes Heilfleisch wie ich hat.
Das war nun mein sechstes Piercing und nächste Woche kommen dann Nummer 7 und 8 dazu: Tragus und Klitorisvorhaut. Außerdem weite ich gerade meine Ohrlöcher. Ich habe akzeptiert, das ich nun mal so bin wie ich bin und ich würde mir wünschen, dass andere das auch tun würden. Es ist doch nun wirklich nichts ungewöhnliches mehr daran. Jeder der aus Angst vor negativen Reaktionen auf ein Piercing verzichtet, verpasst etwas. Nämlich eine wunderbare Erfahrung, bei der man auch viel über sich selbst lernen kann.
Tschüß eure Jana