Andenken aus Berlin
At A Glance
Author burningchevy
Contact burningchevy@gmx.com
IAM burningchevy
When Two years ago
Artist Mario
Studio Blut & Eisen
Location Berlin
Kurz vor Sylvester 2002 ließ ich mir mein langersehntes Septumpiercing stechen und wollte nun meine Erfahrung mit euch teilen.

Vor 2 Jahren bin ich mit meiner damaligen Freundin und einem guten Freund nach Berlin gefahren, um einmal Sylvester in unserer Hauptstadt zu erleben. Natürlich ließen wir uns nicht nehmen, die Piercing- und Tattoostudios dort zu besuchen um zu schauen was in der Hauptstadt so abgeht.

Es war ein sehr kalter Winter, aber was solls--- man muss sich ja zumindest ein Andenken an eine coole Zeit mit nachhause zu nehmen. Ich brauchte auch nicht lange überlegen und erzählte meiner Freundin von meinen Plänen ein Septumpiercing stechen zu lassen. Sie meinte nur: „Mach doch."

Gesagt getan...

An diesem Tag hatten wir uns vorgenommen nach „Blut und Eisen" zu fahren. Jedoch, wie das Leben so spielt, hatte das Studio natürlich geschlossen. Also sind wir gleich am nächsten Tag noch einmal dort hingefahren.

Das Studio erschien mir auf den ersten Blick sehr sauber und auch das „Personal" sagte mir sofort zu. Natürlich hatte ich ein mulmiges Gefühl, weil ich von vielen Seiten schon Schauermärchen über die Scherzen eines Septumpiercings gehört hatte. Aber das wir mir völlig egal.

Also ging ich zum Tresen und sagte: „Ich möchte mir ein Septumpiercing stechen lassen." Ich hatte kaum ausgesprochen, da kam Mario zum Tresen und klärte mich über die Risiken auf. Er nahm sich wirklich viel Zeit und beantwortete alle meine Fragen, bis wirklich auch die letzte Unklarheit beseitigt war.

Wir gingen in den Piercingraum und Quatschten über Gott und die Welt. Ich setzte mich auf die Piercingliege und er traf alle Vorbereitungen. Natürlich kam dann noch die Frage auf, welchen Schmuck wir einsetzen sollten. Ich antwortete, ich hätte am liebsten einen CircularBarbell, aber nicht zu groß, so das man es auch noch verstecken könne. Allerdings hätte ich ganz gern sofort 2mm oder sogar 2.4mm Schmuck einsetzen lassen. Aber Mario riet mir sofort davon ab. Er meinte man müsse das Piercing erst abheilen lassen und dann dehnen, weil es ansonsten ewig lang dauern würde, bis es abgeheilt ist. Das leuchtete mir ein. Also entschieden wir uns für einen 1.6x10mm CircularBarbell.

Mario tränkte 2 Tupfer mit Xylocain und schob mir diese in die Nase. Das war aüßerst unangenehm, aber was macht man nicht alles für ein neues Piercing. Nun musste das Betäubungsmittel 10 Minuten einwirken erklärte er mir. So, die 10 Minuten waren um. Inzwischen hatte er sich Gummihandschuhe angezogen, entfernte die Tupfer aus meiner Nase und tastete nun mein Septum ab, um festzustellen wo er piercen wird. Er meinte das wird nicht ganz einfach, weil meine Nasenscheidewand schief sei. „Ok", dachte ich nur, „Du machst das schon."

Aus Spaß wurde ernst. Mario nahm die Braunüle in die Hand und fragte mich ob ich bereit sei. „Klar", antwortete ich ihm. „Atme tief ein" ,meinte er. Als ich das tat, piekste es einmal recht heftig. „Und nun wieder langsam aus", meinte er. Auch das tat ich, und er stach die Nadel komplett durch. Damit hatte ich nicht gerechnet, ich hatte Tränen in den Augen. Er grinste mich an und meinte das das völlig normal sei. Nun ging es daran den Schmuck einzusetzen. Er steckte den Schmuck in den Kunststoffschlauch und zog ihn durch.

„OH oh", meinte er, „ das müssen wir noch mal stechen. Mario holte einen Spiegel und zeigte mir das der Schmuck schief saß.

Na gut, dachte ich, dann wieder alles von vorn. Er entfernte den Ring und holte eine neue Nadel, und die Prozedur begann von vorn. Ich atmete tief ein, aber diesmal stach er sie sofort in einem durch. Er setzte wieder den Schmuck ein, gab mir den Spiegel in die Hand und meinte: „ So schaut es doch besser aus." Ich stimmte ihm sofort zu. Er tupfte von meiner Nase das Blut, welches noch aus dem ersten „Versuch" stammte, ab. Ich war total glücklich, bedankte mich und bezahlte 50 Euro.

Auf dem Weg zu unserer Unterkunft hatte ich das Gefühl als ob mich jeder Passant anstarren würde, als ob ich von einem anderen Stern kommen würde. –Aber das war ich schon von meinen anderen Piercings gewohnt, und ist auch nur Einbildung denke ich.

Als wir endlich wieder in unserer Unterkunft angekommen waren (ich dachte meine Nase sei vor Kälte schon abgefallen) musste ich erst einmal in den Spiegel schauen, und ich stellte dabei fest, dass die Drahtstärke des Schmuckes recht dünn aussah. Ich dachte mir, gut, da führt wohl kein Weg dran vorbei das Piercing zu dehnen. Noch in Berlin besorgte ich mir einen CircularBarbell 2x10mm.

Als wir nach unserem Berlin Erlebnis wieder gut 2 Tage zu Hause waren, juckte es mir in den Fingerspitzen. Das frische Piercing war noch nicht verheilt und meine Nase noch total druckempfindlich, aber mich störte einfach der dünne Ring. Also desinfizierte ich den „neuen" Schmuck.

Ich stellte mich im Bad vor den Spiegel, und entfernte erst einmal den „alten" Ring. Nun nahm ich den neuen Schmuck und versuchte ihn einzusetzen, aber es tat dermaßen weh, daß ich erst mal tief durchatmete. Wo ein Wille da auch ein Weg, dachte ich mir, und drückte etwas fester und siehe da, es war geschafft. Ich schraubte die Kugel auf den Schmuck und stellte fest, daß es nun schon wesentlich besser aussah. —Aber zufrieden war ich noch immer nicht.

Es vergingen weitere 2 Wochen. Ich surfte im Internet, und fand einen Onlineshop, wo ich dann auch einen CircularBarbell in 2.4mm Stärke fand, und bestellte diesen sofort.

Eines morgens kam dann endlich ein Umschlag mit dem von mir bestellten Schmuck bei mir zu Hause an. Ich öffnete das Kuvert und desinfizierte den Schmuck schon mal. Ich wusste ja nun auf was ich mich einlassen würde, und führte die ganze Prozedur noch einmal durch. Ich stellte mich wieder vor den Spiegel im Bad, entfernte den 2mm Schmuck und setzte den neuen Ring ein. Diesmal war es jedoch komischerweise nicht so schmerzhaft wie beim ersten mal. Als ich nun den Schmuck im Spiegel beobachtet hatte, war mir klar, das es genau die Stärke war, die ich gesucht hatte. Natürlich war meine Nase nun weiterhin druck- und stoßempfindlich. Aber das war ich ja nun nicht mehr anders gewohnt.

Es vergingen gut 1 ½ Jahre bis ich mir in den Kopf gesetzt hatte ich müsse mein Septum noch weiter dehnen. Mittlerweile ist es auch vollkommen abgeheilt gewesen. Den Schmuck den ich jetzt trage (3.2x10mm CircularBarbell) konnte ich ohne große Probleme einsetzten. Natürlich war meine Nase von diesem Tag an wieder für 1-2 Wochen empfindlicher als sonst, aber das war nicht weiter schlimm. Mit meiner jetzigen Schmuckgroße bin ich vollkommen zufrieden, und denke, daß ich es nicht weiter dehnen werde.

But who knows??

Ich hoffe ich hattet zumindest etwas Spaß daran meinen Erfahrungsbericht zu lesen.


Jörg

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