Hallo!
At A Glance Author Liz Contact Liz@bme.anon When Six months ago Studio Ars Macabre Location Rostock, Deutschland Ich werd euch nun erzählen, wie ich zu meinem ersten Piercing, dem Septumpiercing kam und was ich damit für Erfahrungen gemacht hab.
Also, ich hab mich ja schon ziemlich früh für dieses einfach geniale Piercing interessiert und hab Menschen, die dies hatten immer total beneidet und wollte es auch, aber habs immer irgendwie aufgeschoben, weil ich auch unsicher war. Meine Freundin meinte, sie fände es cool aber alle anderen Menschen die ich gefragt habe, sagten, dass es so ziemlich das hässlichste Piercing ist, was es gibt usw. bla bla... Irgendwann merkte ich aber, dass das irgendwie MEIN Piercing ist und zu mir gehört und und ich das Teil haben muss. Als ich dann noch einen sehr süßen jungen Mann mit Septumpiercing näher kennenlernte, war der Entschluss gefasst, dass es jetzt bald so weit sein muss.
An einem Freitag Anfang des Jahres war es dann auch so weit. Ich wollte eigentlich nur mal im Studio nachfragen, wie teuer das ist und mich beraten lassen um dann die darauffolgende Woche zusammen mit meiner Freundin dahinzugehen. Doch dabei sollte es dann doch nicht bleiben.
Aber erstmal erzähl ich euch von meinem ersten Eindruck: Das Piercingstudio ist verbunden mit einem CD-Laden, der hauptsächlich EBM, Industrial, Electro usw. spielt und dieser Musikladen stellt auch das Wartezimmer dar, was ich ziemlich cool fand, da mir die Musik gefällt. Nach einer Weile wurde ich dann vom Piercer hereingebeten in das Hinterzimmer, was auch einen perfekt sterilen Eindruck machte: Also weiße Fliesen, so ne Art Zahnarztstuhl, saubere Ablagen etc. Und der Typ kam mir auch sehr vertrauenserweckend vor - sehr ruhig, gelassen und sehr nett... Er hat mir dann alles genau erklärt, also wie man es danach pflegt und wie lange es verheilt usw. Und dass ich entweder eine Einverständniserklärung mitbringen müsse oder dass meine Mutter mitkommen müsste. Da war mir gleich klar, dass ichs doch schon an dem Tag mache und nicht mehr warte.
Also bin ich schnell Geld holen gegangen und hab meine Mutter geschnappt, die zum Glück sehr locker ist und mir das erlaubte.. Sie ist kurz mitgekommen, hat gesagt "ist ok" und ist dann auch wieder gegangen. Das Blut hätte sie wohl auch nicht sehen wollen. *g*
Naja, dann hab ich mich also auf diesen Stuhl gelegt und versucht zu entspannen. Der Piercer hat dann meine Nase von allen Seiten betrachtet und die zu piercenden Stellen angezeichnet. Und dann kam schon der für mich schlimmste Part. Mit der Piercingzange hat er dann mein Septum zusammengedrückt und ich hatte das Gefühl, es ist zu weit vorne, so dass mein Knorpel zusammengedrückt wird und das tat echt sauweh. Meine Tränen liefen und ich hatte dann auch noch Mascara in den Augen und ich dachte, ich bin in anderen Sphären... Hab dann gejammert, er soll es schnell wieder abmachen, was er auch getan hab. Nach ner kurzen Erholphase hat ers nochmal versucht und dann hab ich mich zusammengerissen.. Dann hing diese Zange an meiner Nase und ich musste mich nach vorne beugen und er hat es von allen Seiten betrachtet und korrigiert. Dafür hat er sich echt viel Zeit gelassen, damit das Piercing nachher auch wirklich grade ist, denn man kann sich nicht an der Nase selbst orientieren, wei l die bei den meisten Menschen etwas asymmetrisch/schief ist. Naja und dann hat er gesagt, "so ist es jetzt ok" und hat die Nadel ausgepackt usw. und da wurd ich dann echt nervös. Der Stich aber war gar nicht soo schlimm, ging sehr schnell, hat etwas gebrannt, aber das war alles erträglich. Aber das Blut lief sofort warm meine Nase runter, was ich irgendwie als angenehm empfunden hab. Dann wurde der Schmuck durchgezogen, die Kugel aufgeschraubt und das Blut weggetupft und dann konnt ich mich im Spiegel betrachten und mein erster Gedanke war, dass es viel zu groß ist, aber das ist auch schnell verflogen. Ich hatte mir ein Circular Barbell 1,6mm x 10 mm ausgesucht und das war echt nicht zu groß, im nachhinein betrachtet.
Total euphorisch bin ich dann nach Hause gegangen und mich die ganze Zeit betrachtet. Die Nachpflege bestand daraus, dass ich die Austrittsstellen mehrmals täglich mit nassen Wattestäbchen aufweichen sollte, also den Schorf usw. und den Ring bewegen sowie Kamillenlösung auftragen sollte. In der ersten Zeit bin ich noch sehr oft gegen die Nase gekommen, z.B. beim abtrocknen des Gesichts oder wenn man einfach nur mal kurz die Nase "rubbeln" wollte, weil sie juckte. Nase putzen war auch sehr schwer und es war noch WInter, wo ich das stechen lassen hab - auch nicht so toll, aber man gewöhnt sich an alles. Beim frischen Piercing ists nur nicht so angenehm, außerdem hängt da manchmal auch noch irgendwie die "Schnodder", weil man noch so unerfahren ist... Aber auch daran gewöhnt man sich, also damit gibts bei mir keinerlei Probleme mehr.
Ich würde es auf jeden Fall jedem empfehlen, wenn er weiß, dass er dazu stehen kann. Meiner Meinung nach steht es auch nicht jedem, aber das muss ja jeder selbst wissen. :)
Also dann, viel Spaß beim durchlöchern lassen!
VM