Da wir fremdsprachigen Gemeindemitglieder nun auch die Gelegenheit haben, unsere Erfahrungen in unserer Muttersprache zu verfassen, habe ich mir endlich einen Ruck gegeben und werde versuchen alle meine Erfahrungen an BME weiter zu geben. Seid mir also bitte nicht böse, wenn ich hier über ein Piercing schreibe, dass ich schon seit gut 5 Jahren in dieser Form habe...
At A Glance Author Ray Contact Ray@bme.anon IAM Ray Artist Dani Studio www.hellfire.ch Location Thun, Switzerland Da ich einen grossen Teil meiner Jugend mit Dani, dem Gründer und Besitzer des www.hellfire.ch Tattoo- und Piercings Studios zugebracht habe, ist es nicht weiter erstaunlich, dass ich schon recht jung ein grosses Interesse an Piercings entwickelte. Da Dani der erste Piercer in unserer Region war, war es auch nur logisch, dass ich meine Sachen von Ihm machen liess.
Ein Piercing, seit ich 13 war sehr gewagt und unglaublich krass fand ist das Septum. Ich hätte damals wohl nie gedacht, dass ich je den Mut aufbringen dies machen zu lassen. Desweiteren war ich felsenfest davon überzeugt, dass meine Familie sowie die Gesellschaft rund um mich herum mich wohl auf dem Scheiterhaufen verbrennen würde, sollte ich es je wagen mit einem "Nasenring" zu erscheinen.
Tja, eines Tages, es war im Herbst wenn ich mich noch recht entsinnen kann, zeigte Dani mir dass es nun auch sogenannte Bullet-Retainers gab, mit denen man ein Septumpiercing praktisch unsichtbar machen kann. Da ich ein kleiner Mensch bin, treffe ich sehr selten auf Leute, die mir von unten her in die Nasenlöcher gucken können und ich liess mich von diesem "Tarnungskonzept" überzeugen.
Ich vereinbarte einen Termin mit Dani und tauchte, wie es sich hier in der Schweiz so gehört, viel zu früh und ziemlich nervös im Studio auf. Nachdem wir ein bisschen über dies und das geplaudert haben, lies mein Piercer verlauten, dass wir nun eigentlich zur Sache schreiten können - gesagt getan.
Ich begleitete ihn in den Piercingraum, wo er schon sämtliche "Werkzeuge", bis auf die Nadel und den Schmuck, vorbereitet hatte. Er fragte mich in welcher Grösse ich es denn gerne gestochen hätte. Ängstlich wie ich war, sagte ich ihm, dass ich bloss ein 1.6mm Kanal haben möchte. Er versuchte mich umzustimmen und mir die 2mm oder gar 2.4mm Alternative schmackhaft zu machen. Ich beging den Fehler, mich nicht überreden zu lassen und so beharrte ich halt auf den ursprünglichen 1.6mm.
Diesen Fehler würde ich im Verlauf der nächsten Monate gewaltig büssen.
Wir erarbeiteten gemeinsam die optimalste Plazierung und gingen danach ans Eingemachte. Da die praktischen Zangen mit den kleinen Röhrchen zu dieser Zeit noch nicht erhältlich waren, zumindest kannten wir diese noch nicht, wurde das ganze Prozedere analog den Anleitungen aus dem PFIQ vollzogen, das heisst, Dani presste ein Stahlröhrchen gegen die rechte Seite meiner Nasenscheidewand, um einen gewissen Gegendruck geben zu können und setzte danach eine Hohlnadel an der linken Seite an.
Wie bei fast allen Piercings, war das Stechen selber ein Klacks, ein kurzer, scharfer Schmerz, zwei drei Tropfen Blut und durch war die Nadel. Das Einführen des Retainers stellte weiter auch keine Schwierigkeit dar, einzig das "Überstülpen" des kleinen O-Ringes war wirklich mühsam.
Ich liess den Retainer erst mal ein paar Tage in Ruhe und betupfte die ganze Chose einfach gelegentlich mit Kamillosan, um die Krusten weg zu putzen. Nach dieser Zeit spürte ich bald einmal ein bisschen Druck auf der Nase und entschloss mich, den Retainer raus zu nehmen und mal ordentlich zu putzen. Dies stellte sich später als Fehler heraus, da ich nach dem Reinigen und Desinfizieren fast zwei Stunden hatte, bis ich den Schmuck wieder an Ort und Stelle zurück hatte.
Dies war dann eigentlich der einzige Zwischenfall den ich diesbezüglich zu beklagen hatte.
Nachdem alles schön abgeheilt war, was bei mir rund einen Monat dauerte, liess ich es mir nocht nehmen, nach der Arbeit und im Ausgang einen Horseshoe oder einen CBR zu montieren und die Leute in meinem Dorf damit ein wenig zu "schocken" - ja, das konnte man hier in Thun vor fünf Jahren mit einem Septum noch machen. Leider bin ich ein sehr nervöser Mensch, und hatte bald einmal die fürchterliche Angewohnheit, konstant mit meiner Oberlippe den Ring zu berühren, was zugegebenerweise wahnsinnig dämlich aussah. Dazu kamen die unzähligen dummen Fragen von grösstenteils mir unbekannten Leuten, welche wissen wollten ob es weh tat, ob meine Mutter denn damit einverstanden war und ob meine Freundin mich an diesem Ring irgendwo anbinden würde, wenn ich nicht artig war etc.
Nach ein paar wochen kam es halt wie es kommen musste und ich hatte keinen Bock mehr, mich vor allen Leuten zu rechtfertigen, was dazu führte, dass ich seit gut viereinhalb Jahren nur noch einen Retainer in der Nase trage.
Die Zeiten haben sich zwar geändert, und man sieht hier dann und wann ein Septumpiercing, aber ich habe unterdessen gar kein Bedürfnis mehr auffälligen Schmuck in meiner Nase zu tragen - es reicht mir zu wissen dass ich ein Loch in der Nasenscheidewand, respektive im Häutchen vor dem Knorpel habe, ohne dass es jedermann gleich sehen muss.
Unterdessen habe ich das Septum auf 4mm ausgeweitet, aber dies ist eine andere Erfahrung, welche ich zu einem späteren zeitpunkt niederschreiben werde.
Ich möchte all denen danken, die bis hierhin gelesen haben, und natürlich ganz besonders denen, die sich die Zeit genommen haben, diesen Aufsatz zu bewerten. Bitte teilt mir mit was Ihr davon haltet.