langersehntes Zungenpiercing!
At A Glance
Author David
Contact David@bme.anon
When A month ago
Artist Marc Hermans
Studio Protect Piercing
Location Meschede
Hallo zusammen. Ich bin grade 26 geworden und habe mir selbst zum Geburtstag endlich mein Zungenpiercing gegönnt.

Es fing wohl so an wie bei vielen anderen auch. Im alter von 15 oder 16 kamen in der Bravo die ersten Berichte von Jugendlichen, die sich piercen ließen. Bilder und Berichte von gepiercten Brustwarzen, Bauchnabeln, Augenbrauen und Zungen machten neugierig. Besonders fasziniert hat mich immer das Zungenpiercing. Für mich ist das etwas „besonderes". Ich finde es nicht ein Piercing wie jedes andere auch. Und deshalb wollte ich es immer haben.

In dem Alter und meinen Eltern war das vorerst ein Ding der Unmöglichkeit. Mit 19 hab ich mir dann zum bestandenen Abi mein erstes Piercing gegönnt. Brustwarze. Seit dem folgten viele weitere. Aktuell sind meine beiden Brustwarzen gestochen, ich trage einen PA 6mm und ein Guiche 5mm. Und am 03.01.2007 kam dann endlich das Zungenpiercing hinzu.

Ich hätte es viel früher machen können. Aber es sprach immer zu viel dagegen. Der wichtigste Punkt war mein Job. Als inzwischen gelernter Betriebswirt und Büro-Job wollte ich das nie riskieren (in manchen Augen doof) aufzufallen. Doch Ende 2006 kam irgendwann der Kick. Job gefestigt. Position im Unternehmen auch, und meine Frau wollte sich intim stechen lassen. Und da dachte ich mir: das gönnste dir zum Geburtstag. Aber genug Gelaber. Es wurde ernst.

Das Vorgespräch: Also der Piercer hat sich echt wahnsinnig viel Zeit gelassen. Hat alles erklärt und Risiken und Nachbehandlung besprochen. Er erklärte auch, dass sie als Ersteinsatz generell Teflon (also PTFE) nehmen. Sie hätten damit unheimlich gute Erfahrungen gemacht und es hätte noch die Probleme gegeben. Natürlich wurde ich immer nervöser. Und je länger er sprach umso schlimmer wurde es. Schließlich sagte er nur: Na komm. Los geht's!

Das Vorbereitung: Er schaute sich meine Zunge an und meinte nur es wäre kein Problem und ob ich irgendwelche Sonderwünsche zwecks Positionierung hätte. Ich sagte nur „Mittig und möglichst weit hinten!" Das wäre kein Problem. Ich musste 30 Sekunden mit Listerine spülen, bevor es weiter ging. Danach zeichnete er an und ließ mich schauen. Er meinte es ginge nicht weiter hinten. Aber es war so ok. Dann kam die Frage: „Mit Betäubung oder ohne?" Ich gebe zu, dass ich ein wenig auf Schmerzen stehe. Bei den Brustwarzen fand ich es einfach nur geil wenn der Schmerz kam. Aber hier zog ich den Schwanz ein. „Nee, mit Betäubung!" Ich hatte viel darüber gelesen im Vorfeld und in den Berichten war immer die Rede von einem Spray was nach Banane schmeckt. Mit einem Grinsen im Gesicht fragte ich den Piercer als er mit einem Spray zu mir kam: „Ist das die Banane?" Er musste laut lachen. „Ja das ist die Banane!" Er sprühte ein paar Mal auf meine Zunge und sagte ich solle den Mund schließen. Innerhalb von Sekunden. War in meinem Mund alles taub. Wirklich alles. Es war komisch, denn man hatte das Gefühl, als wäre man nicht mehr in der Lage zu schlucken. Aber dem ist nicht so. Man schluckt jedes Mal wenn man denkt man schluckt. Nur merkt man es nicht.

Das Piercen: Ich legte mich auf die Liege und er meinte nur, ich soll mich nicht wundern, er würde gleich meine Zunge mit einem Tuch festhalten. Also war ich dem (oft beschriebenen) unangenehmen Drücken der Zange schon mal entkommen.

Ich legte mich hin und streckte meine Zunge raus. Er schaute noch mal genau nach, und nahm mit seiner linken Hand mit einem sterilen Tuch zwischen den Fingern meine Zungenspitze und zog sie leicht heraus. „Locker lassen! Lass die Zunge einfach fallen!" Er schaute noch mal drunter und auf die Zunge, klappte sie dann nach oben. „Es wird hier unten etwas drücken.", sagte er und schob im gleichen Moment die Nadel langsam durch die Zunge. Es war wirklich nur ein Drücken. Man konnte in keiner Weise von Schmerz sprechen. „Wenn die Nadel oben raus kommt, sticht es etwas." Auch das stimmte. Ich spürte eine kleines Pieksen und sah nur wie die Nadel aus meiner Zunge heraus kam. „Das war's!" Er zog die Nadel heraus, und schnitt unten ab. In das in meiner Zunge verblieben Röhrchen fuckelte er dann unten den PTFE-Stab mit Titan-Kugel. Dann drückte er von unten den Stab nach oben und damit die Braunüle heraus. Das hat dann noch mal leicht gepiekst aber nicht erwähnenswert. Er schnitt dann den Stab auf die richtige Länge und schraubte die Kugel drauf und fertig.

Danach: hehe ich lag da mit offenem Mund und wusste nicht was ich tun oder sagen sollte. Der Piercer erlöste mich: „Du kannst den Mund jetzt zu machen. Das war's!" Vorsichtig nahm ich meine Zunge zurück und schloss den Mund. Komisch aber total genial! Man kann sich das vorher nicht ausmalen wie es sich anfühlt. Man muss es erleben.

Er gab mir einen Handspiegel und lies mich schauen. Ich streckte vorsichtig die Zunge wieder raus und schaute in den Spiegel. Perfekt! Genau da sollte es immer hin. „Cool!" war das einzige was ich sagen konnte. Wir unterhielten uns noch kurz. Er meinte wenn ich merke, dass die Zunge zu sehr anschwillt, und ich das Gefühl habe die Kugeln würden oben und unten drücken, könne ich die Kugel jeweils noch 3mm losschrauben, da sie ein 4mm tiefes Gewinde haben.

Nach dem Bezahlen (39,90 Euro) bekam ich noch ein Wassereis zum lutschen. (Waldmeister! Baaaah!)

Nachbehandlung: also die ersten 2 bis 3 Tage war es schon extrem angeschwollen. Aber viel Crush-Eis lutschen, kaltes trinken, täglich 3 Mal mit Listerine spülen und wenig sprechen machten es von Tag zu Tag angenehmer. Zu meiner Verwunderung gewöhnt man sich schnell an das Gefühl ein ZP zu tragen, Die Kugeln (gerade die obere) spürt man nach 2 Tagen schon nicht mehr.

Das komplizierteste war in der Tat das Essen. Kleine Happen sind kein Problem. Aber sobald im Mund etwas von links nach rechts schieben will, hat man ein echtes Problem. Es ist nicht schmerzhaft, aber sehr unangenehm.

Nach 3 Tagen zur ersten Kontrolle: er war zufrieden. Alles bestens. Den Stab kürzen konnte er leider noch nicht.

Nach einer Woche zur nächsten Kontrolle: wieder alles Bestens. Nur bildet sich auf der Zunge ein Belag der echt nervig ist. Aber wohl völlig normal. Man hat teilweise das Gefühl man hat kein Tastsinn mehr in der Zunge, weil der Belag so dick ist. Aber vorsichtig mit der Zahnbürste geht der Weg. Er konnte auch den Stab um ca. 2mm kürzen.

Nach 2 Wochen: Wieder Kontrolle. Der Belag ist Gott sei Dank weg. Und: ich bekam endlich einen Titan-Stab. Schon was anderes. Aber direkt angenehmer. Der PTFE-Stab war etwas krumm geworden durch die Bewegung (und das spielen). Sie setzten mir einen 14mm langen Stab ein. Ich nahm noch einen 15mm Stab mit. Um sicher zugehen. Genau richtig gemacht. Denn am nächsten Tag hatte ich echt das Gefühl, als platzt meine Zunge. Die Kugeln drückten oben und unten. Mit Schweiß auf der Stirn hab ich's dann auch vorm Spiegel geschafft den 15mm Stab einzusetzen.

Fazit: Es ist jetzt 19 Tage her, und ich bereue jeden Tag vor dem 03.01.2007. Denn es ist 1. total easy beim stechen und 2. ein geiles Gefühl es zu tragen. Vom Küssen will ich gar nicht sprechen, denn das ist der Hammer!

Solltet ihr noch überlegen ob ja oder nein kann ich nur sagen: Eine Woche Urlaub nehmen und ab ins Studio. Es lohnt sich!!

Wer noch fragen dazu hat, kann mir gerne mailen über die oben anonymierte Adresse...

Gruß

David


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