Mein erstes Piercing..
At A Glance
Author Meredy
Contact Meredy@bme.anon
When Six months ago
Artist kA
Studio Trendline im EuropaCenter
Location Berlin
Mit knapp 13 Jahren hab ich angefangen, meine Mutter zu nerven, ob ich mir nicht ein Zungenpiercing stechen lassen könnte. Sie hielt das immer für eine dumme Idee und war überzeugt, ich würde meine Meinung wieder ändern, da sie es mir bis zu meinem 18. Geburtstag nicht erlauben wollte.

Irgendwann hatte ich sie so lange genervt, dass sie die ganze Entscheidung an meine schulischen Leistungen angliederte, sodass ich erst einen bestimmten Notendurchschnitt haben musste, bevor sie mir die Erlaubnis gibt..

Blöderweise habe ich diese Bedingung recht schnell erfüllt und so konnte sie nicht mehr viel sagen, sie hatte es ja immerhin versprochen.

So unterschrieb sie also die Einverständniserklärung und ich bin noch fast am selben Tag nach berlin gefahren, um mir das Piercing stechen zu lassen, das war im Mai letzten Jahres.

Ich hatte mir schon groß ausgemalt, dass es ja total wehtun muss etc, grade weil ich Ärzte, Nadeln etc eigentlich nicht wirklich mag.. Aber naja, ich hab meinen Freund mitgenommen (obwohl er Nadeln und Spritzen noch weniger mag), da ich ja keine Ahnung hatte, wie sehr es wehtun würde oder ob überhaupt.

Im Studio angekommen, wollte man gleich meinen Ausweis haben und da ich erst 16 war, wollte man natürlich auch die Einverständniserklärung sehen. Die Piercerin ging ins Hinterzimmer, um meine Mutter anzurufen, anhand von bestimmten Daten festzustellen, ob sie wirklich meine Mutter ist etc.. Und natürlich, um nochmal sicherzugehen, ob ich mich wirklich piercen lassen darf ;)

Später erzählte mir meine Mutter übrigens, dass sie eigentlich gehofft hatte, ich überlege es mir nochmal, wenn man mir die Prozedur und Pflegemaßnahmen erklärte.. Naja, sie lag daneben ^^

Als alles geklärt war, wurde meine Zunge durchleuchtet, ob man überhaupt ein Piercing stechen könnte, wegen Aderdichte etc.. Aber es war alles ok und so wurde ich direkt mit in den Piercingraum genommen. Eigentlich hatte ich mit Wartezeit gerechnet, da doch eine ganze Menge Leute im Wartebereich waren, aber naja..

Sie desinfizierte meine Zunge, ließ mich eine Weile mit einer Desinfektionslösung gurgeln und erklärte mir währenddessen, wie genau sie das Piercing stechen würde, was die Pflegemaßnahmen währen etc..

Dann zeichnete sie mit einem Stift auf der Zungenoberfläche die Austrittstelle des Stichkanals an, prüfte mit mir zusammen, ob er gut lag, mittig war, nicht zu weit vorn, nicht zu weit hinten etc..

Dann griff sie auch schon zur Nadel und schob sie ganz vorsichtig von unten kurz neben dem Bändchen da nach oben durch die Zunge, gerade durch den angezeichneten Punkt auf meiner Zunge..

Mein Freund hat versucht, mir beizustehen, obwohl er beim Stechen dann doch weggeguckt hat, da er wirklich Angst vor Spritzen hat..

Ich dachte ja erst, es würde vielleicht wehtun, aber bevor ich merkte, dass es absolut nicht wehgetan hatte, steckte schon die Braunüle ganz in meiner Zunge und die Piercerin setze den Stab ein. Das Zudrehen der Kugel war dann nochmal ein kleines bisschen unangenehm, aber generell eigentlich nicht schmerzhaft, so wie der ganze Vorgang..

Vergleichen könnte man den Schmerz vielleicht mit einer Spritze ins Zahnfleisch, obwohl auch die wesentlich mehr schmerzen.. Und ich bin schon empfindlich! Ich dachte dann beim Blick in den Spiegel erst, es wäre schon blau, aber das war nur der Punkt vom Anzeichnen des Stichkanals.

Sie erklärte mir nochmal die Pflegemaßnahmen, gab mir dazu noch ein Merkblatt und einen Becher voller Eis mit, damit ich gleich kühlen konnte..

Bin dann noch etwas in der Stadt rumgelaufen, in der Erwartung, dass meine Zunge anschwellen würde, was aber erst über Nacht geschah..

Am nächsten Morgen war meine Zunge doch ziemlich angeschwollen, aber es tat nichts weh.. Durch weiteres Kühlen ging die Schwellung auch gut zurück. Die Ernährung war eigentlich auch kein Problem, hatte mir das schlimmer vorgestellt. Da ich auch nicht rauche oder so, verlief die Abheilung ziemlich gut und nach knapp 3 Wochen bin ich dann zum Schmuckwechsel gegangen, da der zu lange Stab mich dann doch störte.

Seitdem bin ich absolut glücklich mit meinem Piercing.

Es hat zwar vergleichsweise relativ lange zum Abheilen bzw auch Abschwellen gebraucht, aber das dürfte eventuell auch an mir gelegen haben, da ich kein Teetrinker bin.. Darüber war zwar mein Freund nicht grade glücklich, er durfte mich ja nicht richtig küssen, als es noch heilte, aber inzwischen ist er auch sehr zufrieden mit meinem Piercing.

Obwohl ich damals ja nur dieses eine Piercing haben wollte, hab ich knapp 3 Monate später ein Industrial stechen lassen (da hatte meine Mutter auch nichts mehr wirklich dagegen) und werde mir in naher Zukunft noch ein paar weitere Piercings (beide Brustwarzen, nen normalen Ring am andren Ohr, ein zweites Zungenpiercing) stechen lassen.

Darüber werde ich dann wahrscheinlich auch noch schreiben, wenn es soweit ist.

Ich sehe es ja schon kommen, wenn ich erst 18 bin und keine Erlaubnis mehr brauche :D

Piercings machen eben doch süchtig.. ^^

Zusammenfassend kann ich jedem nur raten, der sich ein Zungenpiercing stechen lassen möchte:

Sucht euch ein gutes Studio, in dem die Piercer mit den ganzen Sachen und Vorgängen verantwortungsvoll (und steril) umgehen, möglichst Erfahrung haben, einen netten Piercer und ein schönes Schmuckstück für eure Zunge ;)


Disclaimer: The experience above was submitted by a BME reader and has not
been edited. We can not guarantee that the experience is accurate, truthful,
or contains valid or even safe advice. We strongly urge you to use BME and
other resources to educate yourself so you can make safe informed decisions.


Return to Tongue / Center