Zunge die Zweite
At A Glance
Author Kai
Contact Kai@bme.anon
When A month ago
Artist selbst
Studio zuhause
Location Köln
Ich heisse Kai, wohne in Köln und bin 24 Jahre alt. Piercings und Tattoos faszinierten mich schon in recht früher Kindheit, was meine Eltern aber weniger erfreute. Bis ich 14 war, musste ich "nackt", ohne Piercings, auskommen. Der Bruder eines Freundes war Piercer, ihm habe ich mein erstes Piercing (Zunge) zu verdanken, natürlich ohne Einverständniserklärung meiner Eltern... Mit der Zeit brachte er mir das Piercen bei, und so kamen, seit ich volljährig bin, mehrere andere Piercings dazu, die ich mir auch meist selber gestochen habe (und das ohne jegliche Komplikationen): beide Brustwarzen (dazu vielleicht ein anderes Mal mehr), Bauchnabel, Labret, Tragus und Helix. Nachdem ich vor Jahren eine ziemliche Dummheit beging und mir eine Ohrlochpistole kaufte, kam ich nach einiger Zeit durch viele interessante Berichte im Internet zu diesen zweckentfremdeten Kuhohrenmarkierern wieder zur Vernunft und bestellte mir richtiges Piercingwerkzeug, bisher hatte ich immer das von meinem Ku mpel benutzt gehabt, der inzwischen ein eigenes Piercingstudio besitzt (leider am anderen Ende von Deutschland). Zwar hatte ich selber nie irgendwelche negativen Erfahrungen mit Ohrlochpistolen gemacht, aber einige Fakten darüber leuchteten mir dennoch mit der Zeit ein. Vielleicht hatte sich auch deshalb an meinen Ohren nie etwas entzündet, weil ich mir diese stumpfen Erststecker nur das ein oder andere Mal für ein paar Minuten aus einfacher Lust heraus in die Ohren geschossen hatte und recht schnell wieder rausnahm.

Nun aber zu meiner Zunge.
Seit etwa 2 Jahren herrschte "Stillstand", was neue Piercings bei mir angeht. Das lag weniger an mangelnder Lust, eher daran, dass ich zur Zeit meine Piercings noch verstecken muss. Ausser Labret und Ohren habe ich keine sichtbaren Löcher, und das muss leider auch zur Zeit so bleiben. Mir fiel keine weitere für mich interessante Stelle ein, die ich noch löchern könnte, bis ich eines Tages ein Mädchen sah, welches mit ihren zwei Zungenpiercings prahlte. Eigentlich hasse ich solche Zurschaustellungen, aber der Anblick ihrer Zunge war schon nicht schlecht... Bilder von solchen habe ich schon öfters hier auf dieser super Seite gesehen, aber live schauts dann doch anders, in diesem Fall besser aus. Die Entscheidung war gefallen: Es musste ein zweites Zungenpiercing her, ein einzelnes hat eh schon fast jeder.

Ich brachte mein "Werkzeug" und den Barbell zum sterilisieren ins Krankenhaus, dort arbeitet eine gute Freundin von mir, die mir kurze Zeit später selbiges mit einem Grinsen wieder aushändigte... Sie schien zu wissen, was ich wieder vorhatte. Zudem konnte ich noch eine Packung steriler Einweghandschuhe mitnehmen.
Zuhause angekommen, stieg mein Puls gleich an. Ob es die Vorfreude oder einfach Aufregung war, kann ich nicht sagen. Wahrscheinlich beides. Ich entfernte meinen vorhandenen Barbell und stand jetzt vor einem Problem, über das ich mir vorher garkeine Gedanken gemacht hatte: Soll das neue Loch vor oder hinter das schon vorhandene? Ich entschied mich nach einigem Überlegen für die zweite Variante, recht dicht am ersten Loch.

Los gings. Ich zog die Einweghandschuhe an und packte die Zange, Nadel und den Barbell aus. Da ich von Betäubungen nichts halte (gehört einfach dazu), markierte ich gleich meine Wunschstelle und setzte die Klemmzange an. Nun kam wieder der Moment, der die grösste Überwindung kostet. Einen Moment innehalten, konzentrieren... und schon hatte ich ein Loch mehr. Weh tat es kaum, aber das kam auch nicht unerwartet, mein erstes Loch in der Zunge hatte ich auch kaum gespürt.
Schnell die Zange abgenommen, den Barbell in die Nadel gesteckt und durchgezogen, Kugel draufgeschraubt und das alte Loch auch wieder geschmückt - und ich war wieder richtig glücklich. Lustig war, dass wieder das bekannte Lispeln für ein paar Tage da war - damit hatte ich nicht gerechnet, vor allem nicht, da das neue Piercing ja recht dicht am bereits vorhandenen sass - aber nach kurzer Zeit war auch das wieder vorbei. Es heilte problemlos, allerdings war die Schwellung schon etwas grösser als erwartet, so dass ich für kurze Zeit den dafür zu kurzen Barbell aus dem ersten Loch herausnehmen musste. Nach ein paar Tagen war alles schliesslich so gut verheilt, dass ich ihn wieder einsetzen konnte - und ich konnte es dann auch mal ausprobieren, wie es sich mit zwei Zungenpiercings küsst - das Gefühl ist einfach nur geil! Nicht nur deshalb habe ich mir in den Kopf gesetzt, dass bald noch ein drittes Loch in der Zunge folgen wird - oder vielleicht richtig dehnen? Doch dazu werde ic h wieder etwas schreiben, wenn es soweit ist.

Ich bin mit dem neuen Piercing wirklich glücklich, ich würde es jederzeit wieder tun - und hätte es auch schon viel früher tun sollen. Vorher hatte ich einige Zeit überlegt gehabt, ob ich die Zunge wieder in ihren Ursprungszustand - komplett ohne Piercings - zurückversetze, weil inzwischen einfach schon zuviele eins haben. Gut dass ich es nicht gemacht habe...

Weiterhin geplant ist noch ein Bauchnabel-Industrial (oben und unten), sowie die Brustwarzen auf 4 oder 5mm zu dehnen, ein Septum mit Retainer und - wie gesagt - ein drittes Loch in der Zunge. Vielleicht noch ein Ampallang - aber das werde ich eher spontan entscheiden...

Zum Schluss aber noch eine Warnung:
Bitte nur selber piercen, wenn ihr wisst was ihr da tut. Es kann wirklich einiges schiefgehen, und wer will dann schon mit vereiterten und knallroten Körperteilen rumlaufen... Wie gesund es ist wenn die Zunge eitert (den Eiter schluckt man dann ja unbemerkt runter), kann sich jeder vorstellen.

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