Schon als kleines Kind war ich von gedehnten Ohrläppchen begeistert und wann diese Art der Körpermodifiktion sehr Interessant. Dabei habe ich mich über die Geschichte des Ohrdehnens informiert und konnte zurückgreifen bis zur Geschichte der Ägypter.
At A Glance Author Chr1z Contact Chr1z@bme.anon IAM Chr1z When N/A Artist Jan Studio Wildcat Location Essen, Germany Dabei konnte ich heraus finden das Pharaonen und höher ausgewählte Ägypter ihre Ohrlöcher gedehnt haben als Symbol zur Reinheit zu Gott und deren spirituellen Bindung.
Damals (mit dem 16. Lebensjahr, nun 20 Jahre) ging ich zu meinem Piercer in meiner Stadt (Gelsenkirchen) und hatte den Gedanken gehabt meine 1.6 mm Ohrlöcher zudehnen.
Er schlug mir vor als ersten Schritt von 1.6mm auf 2.4mm zudehnen und als Übergangsschmuck einen standartmäßigen Titan-Piercing-Ring zutragen.
Das Dehnen war eigendlich ein komisches Gefühl. Ich hatte damals noch keine Piercings außer meine Loben und konnte keine Rückschlüsse auf dem Schmerzfaktor ziehen.
Vergleich das Dehnen mit dem heutigen Stand der Dinge (nach dem Stechen von u.a. Septum, Labret, usw.) würde ich es als sehr geringen Schmerzfaktor vergleichen.
Mann kan den Schmerz als kleines ziehen am Ohrläppchen vergleichen mit einem kleinen Pochen danach.
Mein damaliger Piecer hatte den 2.4mm Ring einfach durch das 1.6mm Loch ohne Probleme durchdrücken können. Ich weiss nicht, ob die Methode des durchdrückens so gut ist, da das Gewebe sofort ohne zwischenschritte von 1.6mm auf 2.4mm gedehnt wurde, aber mein Gewebe hatte keine nachhaltigen Folgen davon getragen.
Der Schmerz nach dem Dehnen war ein leichtes Pochen im Ohr das bereits nach 4-5 Stunden verfolgen war.
Ich hatte, wie mein Piercer mir vorgeschlagen hatte, 2 Wochen abgewartet, damit sich das Ohrläppchen entspannen und regenerieren konnte und habe mich wieder auf dem Weg zu ihm gemacht.
Als nächsten Schritt entschieden wir das dehnen auf 4mm. Ich hatte mir als Schmuck 4mm Titan Tunnel ausgewählt und das dehnen konnte beginnen. Dabei hat er als Dehnwerkzeug eine Dehnsichel verwendet und das Dehnen ging soweit problemlos vonstatten.
Der erste Millimeter war wieder kein Problem, aber als die Grenze überschritten wurde, habe ich schon gemerkt wie sich mein Gewebe etwas gegen das Dehnen gewehrt hat in dem es sehr schnell angeschwollen war. Mein Piercer mußte etwas kraft aufwenden und konnte die Dehnsichel erfolgreich auf 4mm durchschieben.
Das Gewebe war nicht eingerissen und es hatte auch nicht geblutet.
Der Nachschmerz war diesesmal stärker ausgeprägt und das Pochen am Ohrläppchen war intensiver und hielt länger an (8-10 Stunden).
Am nächsten Tag war vom Dehnvorgang nichts mehr zumerken und die Schwellung komplett zurück gegangen.
Die ersten Monate wollte ich nie größer als 4mm gehen, weil ich sie von der größe her akzeptabel fand. Doch nach einiger Zeit fand ich sie irgendwie zulangweilig und wollte größere Tunnel haben, wo man durch das "Loch" im Flesh Tunnel durchgucken konnte.
Daher ging ich zu meinem derzeitigen Piercing Studio, Wildcat in Essen um mich über ein schnelles und effektives Dehnen zuinformieren.
Die Verkäuferin hatte mir dazu gerathen ein Dehnsichel von 4mm auf 8mm zukaufen und das Dehnen selbst auszuüben.
Ich war einen Moment unsicher und zögerte etwas mir die Dehnsichel zukaufen doch dann tat ich es.
Ich denke mal, ich sah es als eine Herrausforderung und zugleich eine spannende Sache das Dehnen selbst auszuüben.
Als Schmuck wählte ich 8mm PMMA Plugs, u.a. aus finanziellen Gründen, da sie sehr billig waren.
Zuhause angekommen nahm ich meine 4mm Flesh Tunnel heraus und führte die Dehnsichel in mein Ohrloch ein, die ich zuvor mit Bepanthensalbe eingerieben hatte (damit ich sie einfacher durchschieben konnte). Schätzungsweise konnte ich die Dehnsichel 0.5 - 0.7 mm Durchschieben, bis das Ohr soweit angeschwollen war, dass ich sie nicht mehr weiter durchschieben konnte und zuröten anfing. Ich sprühte das Ohr mit Ochtenisept ein und klebte die Dehnsichel mit einem gut haltenden Tesafilm an meine Wange fest.
Mit dem Dehnen begann ich übrigens in den Sommerferien, wo ich dem entsprechend nicht zur Schule mußte. Abends hatte die Schwellung bereits nachgelassen und ich Schob die Dehnsichel, die ich wieder mit Bepanthen eingerieben hatte, wieder 0.5 - 0.7mm weiter und desinfizierte das Ohr wieder mit Ochtenisept.
Ich schob jeden Morgen und Abend die Dehnsichel 0.5mm - 0.7mm weiter und zwischendurch auch noch etwas und konnte so sehr schnell innerhalb von 3-4 Tagen von 4mm auf 8mm dehnen ohne, dass das Gewebe eingerissen ist oder geblutet hatte.
Das Pochen zum Scherzfaktor war auch nicht all zustark und man konnte es sehr gut aushalten.
Somit waren innerhalb von 7-8 Tagen beide Ohrläppchen auf 8mm gedehnt und die 8mm PMMA Plugs erfolgreich eingeführt (hatte zum Dehnen nur eine Dehnsichel bereit).
Das einsetzen der PMMA Plugs lies sich anfangs nicht so einfach von statten führen, trotz der nicht mehr vorhandenen Schwellung des Ohrläppchens.
Ich konnte in Erfahrungbringen, dass man die PMMA Plugs leich nach unten drücken muss am Rand des Ohrläppchens und dann von oben nach unten diese durchdrücken muss, anstatt gerade durch zudrücken.
Die 8mm PMMA Plugs trug ich ca. 1-2 Monate und setze mir dann die Zukünftige Dehnmarke bei 10mm.
Ich ging nach Wildcat in Essen und lies mir zuerst auf 9mm meine Ohrlöcher von 8mm weiten und einen Monat später dann zu meiner Wunschgröße von 10mm.
Die 1mm Schritte waren jeweils kein Problem und auch kein realer Schmerzfaktor.
Ich hatte auf das Selbstdehnen verzichtet, da es sich nicht gelohnt hätte, extra für 2mm eine neue Dehnsichel zukaufen.
Als Tip an die, die auch ihre Ohrlöcher dehnen wollten. Ambesten kauft ihr euch selbst eine Dehnsichel und probiert es selbst aus. Ihr könnte, wenn ihr langsam dehn, nichts kapput machen und kriegt sehr schnell das gewisse Fingerspitzengefühl, wieweit ihr beim Dehnen gehen könnt.
Als Ideallinie sagt man 1-2mm im Monat und zwischen dem Dehnen 2-4 Wochen Pause.
Viel Spass beim Dehnen! -euer Chr1z