Achtung Warnung: Alle in diesem Bericht beschriebenen Methoden sind Realität, und nicht zur Nachahmung empfohlen. Zu der Zeit wo dieses passierte waren Piercingstudios sehr selten. Die hier angeführte Methode ist leider immer noch die Häufigste und unhygienischste. Bitte sucht für ein Piercing immer einen Fachmann/frau auf !! Eure Gesundheit wird es euch danken.
At A Glance Author Cherusker Contact Cherusker@bme.anon When Ten years ago or more Artist zwei Frauen Location In Deutschland So nun möchte ich mal erzählen, wie ich zu meinen beiden Ohrlöchern gekommen bin.
Schon als kleines Kind wurde ich magisch von Ohrschmuck angezogen. In einer Schublade meiner Mutter fand ich damals ein paar Ohrclips, die ich mir ab und zu ansteckte. Die nächste Faszination waren dann die Ohren meiner Babysitterin, diese waren nämlich durchstochen. Ich fragte mich damals immer wie sie die Hänger und Stecker in ihre Ohren bekam. Abends hatte sie ihren Ohrschmuck drinnen und morgens immer draußen. Irgendwann hatte ich dann so kleine Löcher an ihren Ohrläppchen gesehen, wo sie ihren Schmuck einsetzte. Schon damals fragte ich mich, ob das Einsetzen der Ohrringe weh tun würde. Meinen Eltern blieb diese meine Neugierde auf Ohrschmuck nicht verborgen. So fragten sie mich eines morgens, ob ich nicht auch Ohrringe tragen wolle. Damals lehnte ich das ab, denn ich dachte mir, das Jungen keinen Ohrschmuck tragen sollten, sondern nur Mädchen. Damit war für mich dieses Thema erst einmal erledigt.
Ein paar Jahre später, ich ging jetzt auf meine Pubertät zu, kam bei mir dieses Thema wieder hoch. In meiner Schulklasse fingen einige der Mädchen an sich ihre Ohren durchstechen zu lassen. Damals kam in mir die Frage auf, wie Ohrlöcher wohl in die Ohren kommen. Als ich so 13 Jahre alt war, hatte sich in meiner Klasse der erste Junge ein Ohrloch zugelegt. Irgendwie habe ich dann mitgekriegt, daß dieses Loch wohl geschossen worden ist. In meiner Phantasie malte ich mir aus, wie das wohl gehen könnte (mit einem Gewehr ?). Ich fand dann durch Zufall auf dem Schulhof einen dieser Erstohrstecker ohne Verschluß. Ich schaute ihn mir an, und sah eine Spitze am einen Ende des Steckers. Nun hatte ich eine ungefähre Vorstellung, wie der Ohrring beim erstenmal ins Ohr kommt. In den nächsten zwei Jahren fingen immer mehr Jungen an Ohrringe zu tragen. Meist hatten sie eine Freundin und wurden wohl von den Mädels dazu animiert. In dieser Zeit kamen auch Mehrfachohrlöcher bei Mädchen auf. Z wei oder drei Löcher pro Ohr waren keine Seltenheit. Ich machte mir nun immer mehr Gedanken, wie man sich wohl Löcher stechen kann. Irgendwann fragte ich ein Mädchen aus unserer Nachbarschaft, ob das Einsetzen von Ohrringen wohl weh täte. Sie sagte nein, und meinte wohl das Einsetzen in ihre vorhandenen Löcher. In dieser Zeit fing ich an mal mit einer Sicherheitsnadel an meinem linken Ohr herumzustechen. Erst kriegte ich die Nadel nicht durch die Haut. Also habe ich stärker gedrückt und irgendwann war die Nadel dann auch durch. Das Ergebnis war dann ein durchstochenes Ohrläppchen was angeschwollen war, leicht weh tat und etwas rot geworden war. Nach einiger Zeit habe ich die Nadel wieder herausgezogen, was sehr schwer ging. Danach fing es auf beiden Seiten des Ohrläppchens an zu Bluten. Mit einem Tuch habe ich das Blut solange abgetupft bis es aufgehört hatte zu laufen. Im Schrank stand ein Fläschen mit Alkohol, wovon ich etwas auf mein Ohr tupfte.(Als dieses passierte war ich zu jung um mir über die Infektionsrisiken im klaren zu sein. Also nicht nachmachen) Als nächstes gab es etwas Ärger mit meiner Mutter, weil die Borke ja nicht zu übersehen war. Mein Vater hatte gar nichts gesagt. In der Schule wurde ich gefragt ob ich mir ein Ohrloch hätte stechen lassen, aber ich redete mich mit einem Aknepickel raus. Ob man mir geglaubt hat weiß ich nicht mehr.
So zwei Jahre später, kurz vor Weihnachten, sprach ich meine Mutter noch mal auf meinen Wunsch einen Ohrring zu tragen an. Ich muß dazusagen, daß meine Mutter keine Ohrlöcher hat. Ihr verhalten war also erstmal ablehnend. Sie suchte dann uralte riesige Ohrclips raus, wohl in der Absicht mich vor Ohrschmuck abzuschrecken. Ich sagte ihr dann, daß das nicht die Größe von Ohrschmuck wäre, die ich anstrebe, sondern eher viel kleiner. Worauf sie sagte, ich solle erst mal abwarten. Da ich wußte, daß man in jedem Juwelierladen Ohrlöcher kriegen kann, beschloß ich am ersten Ferientag in so einen zu gehen. Zwei Tage später waren meine Mutter und ich einkaufen, als ich ihr sagte, daß ich nun zu diesem Juwelierladen fahren wolle. Sie sagte, sie müsse noch woanders hin, worauf ich sagte, daß ich jetzt zu dem Laden wolle. Ich bin dann hingefahren und reingegangen. Vor mir war ein ältere Frau, die noch bedient wurde. Nachdem sie gegangen war, sagte ich der Frau hinter dem Tresen, daß ich ein Ohrloch wolle. Sie sagte o.K. und hohlte aus einer Vitrine eingeschweißte Ohrstecker. Ich wurde immer nervöser. Plötzlich stand meine Mutter in dem Laden, sie war mir hinterhergefahren. Sie sagte mir leise, daß das Loch nur ins linke Ohr gestochen werden solle, worauf ich ihr sagte, daß das eh meine Absicht war. Sie hatte wohl angst rechts = Schwul. Wir suchten dann gemeinsam den Ohrring aus, der bei mir eingesetzt werden sollte. Die Verkäuferin malte dann mit einem Stift an meinem Ohr ein Punkt, wo das Loch ihrer Meinung nach hinsolle. Mir gefiel der Punkt auf anhieb. Es wurde nun eine Art Pistole geholt, wo sie den Stecker mit dem Verschluß einsetzte. Sie hielt dieses Gerät an mein Ohr und ich stellte mich auf Schmerzen ein. Es machte klack und es wurde mir gesagt, daß der Ohrring schon drin wäre. Ich hatte überhaupt keine Schmerzen verspürt. Meine Anspannung verschwand, als ich in den Spiegel sah und mein Ohr mit Ohrring darin sah. Man gab mir ein Desinfektionsmittel mit und ich ging nach Hause.
Nach vier Wochen nahm ich den Stecker das erste mal raus, und machte den Fehler auf meinem Ohrläppchen herumzudrücken. Das Resultat war ein Hautkanal in meinen Fingern und ein Ohrloch was drei Wochen leicht entzündet war. Daraufhin ließ ich den Erststecker noch ungefähr drei Monate drinnen bevor ich ihn gegen eine Creole eintauschte. Die Reaktionen meiner Umwelt waren durchweg positiv.
Ich hatte am Anfang von zwei Ohrlöchern gesprochen. Das zweite kam dann ungefähr fünf Jahre später hinzu. Ich ging an einem Schmuckladen vorbei, der zu der Zeit das Paar Erstohrstecker samt schießen sehr billig anbot. Dort habe ich erst das Steckerpaar gekauft. Dann habe ich mir fast zwei Monate überlegt ob ich das zweite Ohrloch auch tatsächlich haben wollte. Als ich mich entschlossen hatte, bin ich mit den Steckern und dem Kaufbeleg in den Laden zurückgegangen. Der Verkäuferin zeigte ich beides und sie sagte o.K. Ich setzte mich dort in einen Stuhl und sie hohlte die mir bereits bekannte Pistole. Dann sollte ich den Ohrring den ich trug rausnehmen. Die Frau desinfizierte diesmal mein Ohrläppchen mit einem Tuch, das nach Alkohol roch. Beim ersten Loch wurde das nicht gemacht. Sie zeichnete den Punkt oberhalb des ersten Lochs an und ich schaute in den Spiegel um es zu kontrollieren. Ich ließ die Frau den Punkt fünf mal neu Anzeichnen bis ich zufrieden war. Die Packung wurde geöffnet und der Stecker in die Pistole eingelegt. Es machte wie beim erstenmal klack und ich hatte auch diesmal nichts gespürt. Ich nahm noch eine Packung Desinfektionsmittel mit und fuhr nach Hause. Diesmal verlief die Abheilung ohne Probleme. Es dauerte über ein Jahr bis meine Eltern überhaupt merkten, daß ich ein zweites Ohrloch habe. Auch die Reaktionen aus meiner Umwelt zu dem Loch waren überraschenderweise alle positiv.
Da ich die Seiten von BME erst sehr viel später gefunden habe, wußte ich nicht wie groß die Risiken mit einer Ohrlochpistole sind. Von vielen Mädchen und Frauen habe ich auch gehört, daß sie Probleme mit dem Abheilen hatten und auch manchmal mit der Stechrichtung nicht zufrieden waren, so daß sie ihre Löcher zuwachsen ließen und dann neu stechen ließen. Heute rate ich jedem der Ohrlöcher will zu einem Piercer zu gehen. Es ist dann zwar teurer, aber das Infektionsrisiko ist dort doch erheblich geringer und der Stichkanal ist auch auf anhieb in der richtigen Richtung.
Gehabt euch wohl. Euer Cherusker.