Nach einem Labret und 12 mehr oder minder normalen Ohrringen habe ich mich nun endlich entschlossen mir etwas originelleres stechen zu lassen. Also etwas, das nicht jeder hat. Nachdem ich das Internet etwas durchforstet habe, bin ich als erstes auf den Tragus gekommen, musste mir aber leider sagen lassen, dass das bei mir nicht geht, weil das bei mir zu klein ist und direkt daneben ein Nerv verläuft, der durch das Anschwellen gereizt worden wäre. Da ich mein Glück nicht herausfordern wollte und mir auf Teufel komm raus irgendwelche Schmerzen zufügen wollte, suchte ich mir was anderes..
At A Glance Author nebiola Contact nebiola@bme.anon When It just happened Artist OL Studio trust Location deutschland Nun ja, bei weiterer Suche stellte sich heraus, dass mir ein Daith sowieso besser gefallen würde.
Also auf zum Piercer: Bei dem ersten Piercer bei dem ich war, und mir auch schon mein Labret stechen ließ, gab's erst mal einen Reinfall. Zwischen Tür und Angel machte er mir klar, dass das schon ein schwieriges Piercing sei, dass er aber schon sooo oft gestochen hätte...kaum zu glauben, da das ein Laden in einem Dorf und nicht in einer Großstadt war und ich bisher noch niemanden vorher mit einem Daith gesehen habe. Er hat sich also überhaupt nicht für mich Zeit genommen, hat mir nichts von Heilungsdauer, im/am Ohr verlaufenden Nerven etc. erzählt.
Auf jeden Fall wollte ich auf Nummer sicher gehen und habe mir Rat bei einem weiteren Piercer geholt, von dem ich auch schon vorher Gutes gehört habe. Zwar hatte das über 1 Stunde Fahrt zur Folge, aber wie es sich rausstellte, hat es sich gelohnt, da der Piercer über mehr Erfahrung verfügte und außerdem nebenbei 20€ billiger war.
Nach einigem Suchen beim Piercer angekommen, sagte er mir gleich, dass er so was noch nie gestochen habe (was ja auch nicht weiter schlimm ist....irgendwann ist immer das erste Mal... wenigstens war er ehrlich zu mir), dass es aber an sich kein Problem sei. Außerdem hat er gesagt, dass es schon etwas Fingerspitzengefühl brauche, den Ring durchzukriegen und die Kugel einzusetzen, da man nur einen kleinen Ring nehmen sollte, damit es gut aussieht.
Nach und nach kamen mir da dann doch Bedenken, ob ich mir nicht doch etwas anderes stechen lassen sollte. Aber ich war halt total davon überzeugt, dass ich jetzt meinen Daith will und mich wahrscheinlich tierische geärgert hätte, wenn ich es nun doch nicht gemacht hätte. Na gut, dachte ich also und habe mich es dann getraut, nicht zuletzt, weil der Piercer im Gegensatz zum anderen auch seriös erschien und sich Zeit für mich genommen hat. Außerdem war er so locker, dass er mir meine Nervosität genommen hat und so das ganze angenehmer gemacht hat.
Nach gründlichem Desinfizieren und Aufzeichnen stach er also die Nadel durch, die bei Ohrknorpelpiercings ja innen hohl ist, damit der Knorpel nicht verdrängt, sondern rausgestanzt wird, was den Heilungsprozess beschleunigt. Sehr zu meinem Verblüffen hat das eigentlich überhaupt nicht weh getan. Nur ein kleiner Stich, als ob man sich mit einer Nadel halt in den Finger oder so sticht.
Aber dann kam der Ring: wie ich auch schon gelesen habe, war das etwas unangenehmer, da der Ring ja schon größer ist als die Nadel und das hat nun schon etwas wehgetan. Aber nachdem er den Ring eingesetzt hatte und die Kugel reingeklemmt hatte, hatte ich keine weiteren Probleme, wie Schwindel, Übelkeit oder sonstiges. Ich konnte auch gleich aufstehen und im Spiegel meine neuste Errungenschaft bewundern und ich war einfach begeistert.Alles in allem war es gar nicht so schlimm und ich habe es mir echt schlimmer vorgestellt, nachdem ich jetzt schon so oft von Kreislaufproblemen und schlimmen Schmerzen danach gehört habe. Wenn man sich ein Piercing sticht muss man nun ein bisschen Schmerz in Kauf nehmen.
Nach dem Stechen habe ich jetzt eigentlich keine Probleme mehr. Wie auch bei ganz normalen Lobes pocht es ein bisschen, aber sonst merke ich gar nix...und ein Blick in den Spiegel auf meinen neuen Daith macht alles wett.
Außerdem kann ich jedem nur Raten, dass er sich vor jedem Piercing einen Piercer sucht, der ehrlich zu ihm ist und sich notfalls eine 2. Meinung einzuholen.
Letztendlich kann ich nur sagen, dass ich mit meinem neuen Daith total glücklich bin und ich hoffe, dass es sich nicht entzündet. In einem halben Jahr will ich mir nun noch ein Rook auf der anderen Seite stechen lassen und ich geh garantiert wieder ins "Trust", da das Vertrauen zu dem anderen Piercer sozusagen bei Null ist.Jetzt noch allgemeines zum Daith:
Zur Pflege soll man mit Wasser die Region um das Piercing einweichen, die Kruste vorsichtig mit einem Wattestäbchen entfernen, den Ring vorsichtig drehen und danach desinfizieren. Wie bei jedem Ohrknorpelpiercing kann die Heilungszeit bis zu 6 Monaten dauern. Im Ohr verlaufen (laut Piercer) keine Gesichtsnerven, also besteht nur das Risiko, dass es sau weh tut, aber nicht, dass man irgendwelche Lähmungen oder so kriegt.